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Iouri Podladtchikov Media Day at Saas-Fee.
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Es gibt keine Zeit mehr für Fehler

Nov 30-0001

Iouri Podladtchikov hat viele Facetten. Wir trafen das Schweizer Multitalent in Saas-Fee während seiner Saisonvorbereitung, um über seinen körperlichen Zustand nach seinem Kreuzbandriss, Olympia aber auch seine Buchvorstellung von „True Love is hard to find“  zu sprechen.

 

Hallo Iouri, hol uns mal kurz ab. Wie laufen die Saisonvorbereitungen?

Die Vorbereitungen laufen gut. Die Kreuzband-Geschichte, die mich einiges an Zeit gekostet hat, ist abgeschlossen. Nun ist kein Platz mehr für Fehler. Kurz und knapp kann man somit sagen: es läuft alles gut, aber es ist keine Zeit mehr.

Warum hast du dir mit dem Schweizer Team Saas-Fee als Trainingsort heraus gesucht?

Saas-Fee war schon sehr lange in Planung. Jedoch wusste keiner genau wie das Setup oben aussehen wird. Letztes Jahr kam die Diskussion mit den Shapern vom Park auf, ob sie die Pipe speziell vorbereiten könnten für die Saisonvorbereitung. Die Shaper-Crew hat gemeinsam etwas umgesetzt, was es so noch nie in Saas-Fee gab. Deswegen sind auch alle Snowboarder und Freeskier hier.

Für mich persönlich ist Saas-Fee ein Stopp zur Saisonvorbereitung. Man kann seine Tricks einstudieren und festigen. Ich schaue was funktioniert und probiere auch neue Sachen aus. Mein allererster Test ob alles in Sachen Kreuzband hält, war nach drei Monaten in Les 2 Alpes. Da war es allerdings noch sehr gefährlich und es ging ausschließlich erstmal darum den Schnee mal wieder zu spüren und zu Cruisen. Nun geht es in Saas-Fee um die Basics: Kilometer auf dem Brett zu bekommen, damit man sich wohl fühlt. Ich habe zudem noch gewisse Details an meinem Board gewechselt was den Shape, die Steifigkeit des Bretts sowie ein paar Feinheiten betrifft. Dies sind alles kleine Details für die du später keine Zeit mehr hast. Du versuchst dich einfach so schnell es geht am Anfang der Saison auf das Niveau zu bewegen, wo du dein Contest-Run total im Griff hast. Und dafür brauchst du ein paar Runs in der Pipe.

Zudem hattest du auch deine allererste Buchvorstellung im September in Zürich…

Ja, die Buchvorstellung war ein sehr familiärer Anlass. Das hätte ich nicht gedacht, da es eigentlich öffentlich war. Es war aber für mich eine große Ehre, dass das Landesmuseum mit an Bord war. Zudem war es sehr schön, dass alle Leute vor Ort ein Buch wollten. Das ist auch nicht selbstverständlich, da das Buch vor allem auch nicht für Jedermann etwas ist. Viele die mich kennen, haben es als ein bisschen traurig geschrieben empfunden. Es hat einen sehr tiefen Ton. Der Titel sagt schon alles aus: „True Love is hard to find“. Es gibt auch nur 2.000 Bücher. Man möchte ja beim ersten Versuch nicht gleich zu hochstapeln.

Das Buch ist gut angekommen. Ich fand es sehr schön, dass die Leute sofort verstanden haben, dass es letztendlich keine Auto-Biografie von mir ist, also nicht das typische „Sportler macht ein Buch Szenario“. Zusäztlich waren viele Buchhandlungen da, die sich für Kunstbücher interessieren. Auch der Verlag [Simonett&Baer] beschäftigt sich eher mit Architektur- und Kunstbücher. Für mich war es das Größte mit Simonett&Baer dieses Buch zu machen. Letztendlich war es auch der Verlag, der den Ton des Buchs vorgegeben hat. Es ist ganz wichtig zu verstehen. Nicht ich habe das Buch gemacht, sondern der Verlag hat ein Buch in Zusammenarbeit mit mir gemacht.

Lass uns über Olympia reden: Wie weit ist man schon mit dem Kopf in Pyeonchang?

Man ist schon lange mit dem Kopf da. Es ist schon fast täglich, dass man sich Gedanken macht über die Wettkampf-Läufe, die du zeigen möchtest aber auch die Abläufe, die du noch vor dir hast. Es ist aber auch wichtig die Spontanität beizubehalten, falls du dir sagst hier kann ich noch etwas in die richtige Richtung leiten wie zum Beispiel neue Tricks und neue Runs. Ich bin so aktiv dabei, das Beste heraus zu holen, dass man nicht sagen kann: Ok, das ist es jetzt und wir weichen nicht mehr davon ab. Ich finde das sehr aufregend. Zudem ist es sehr cool, dass ich mit dem WM-Resultat quasi schon qualifiziert bin. Somit habe ich diesen Stress nicht mehr.

Wie sehen deine Erwartungen für Olympia aus?

Gar keine Frage, ich werde vorne mit fahren. Bis jetzt ist es noch nicht bombensicher, wie weit vorne. Daran arbeite ich gerade noch. Ich habe natürlich ein paar Kilometer weniger auf dem Tacho als der Rest, die auch im Frühjahr noch in der Pipe waren. Ich muss dies nun irgendwie kompensieren. Wenn meine Formeln aufgehen, dann geht alles auf. Man kann sowas aber nie 100% voraus sagen sondern einfach nur alles geben und dann mal schauen. Ich habe das Gefühl, dass mein Lauf, den ich bei Olympia vorhabe, mit jedem Tag Snowboarden immer möglicher und besser wird. Ich darf mir keine Fehler mehr erlauben. Aber das halte ich aus. Es ist alles möglich!

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